Im Turm:

Eva Croissant
Gib auf dich Acht
https://www.youtube.com/watch?v=Mm5sVTIEVDg

Dein Herz trägt Felsen
https://www.youtube.com/watch?v=jfErMuk5bDI


und:

Mark Forster
https://www.youtube.com/watch?v=KOHpo06_y3Q

 


Birdhouse_web

The
BirdHouse
im TurmCafe
https://www.youtube.com/watch?v=L9MXkL4A2iE
 

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Heike Junghenn 12

 TÄGLICH GEÖFFNET
- Im Sommer (Ostern bis Okt.) 13 bis 19 Uhr, Im Winter (Nov.bis Ostern) 13 bis 18.00 Uhr 
Sonn- u. Feiertags ab 11 Uhr TURMBESTEIGUNGEN: Erwachsene 1,00 €,  Kinder 0,60 €

Heike Junghenn 12

Anfahrt: Mit Buslinie 7 oder 9 oder Pkw Richtung Klinikum-Haupteingang, in Linkskurve rechts ab Richtung “Spiegelslust” bzw.”TurmCafé” 1,2 km durch den Wald bis Kaiser-Wilhelm-Turm.

Restauration: Es gibt zu den Veranstaltung-en ein besonderes Speiseangebot.

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Ragtime-Scott-2-web_bearbeitet-1

Fr., 27.10.17, 20.00 Uhr, TurmCafé
Zum 100. Todestag von Scott Joplin
Ragtime in Concert
Marcus Schwarz (Piano)
https://www.youtube.com/watch?v=fPmruHc4S9Q
 http://www.youtube.com/watch?v=rbjGaX-bz04
Eintritt: 13,- / 11,-

 

 

Ragtime In Concert
Zum 100. Todestag von Scott Joplin

Musik von Scott Joplin, James Reese Europe, William Christopher Handy, Charles L. Cooke, Charles Luckeyth Roberts & Eubie Blake

Am 1. April 1917 starb Scott Joplin (1868-1917), der berühmteste afroamerikanische Ragtime-Komponist, der schon zu seinen Lebzeiten als „King of Ragtime“ galt. Zu seinem 100. Todestag präsentiert der Pianist Marcus Schwarz ein Programm, das Höhepunkte aus dem Werk des großen Komponisten präsentiert, darüber hinaus aber auch seinen musikalischen Nachfolgern gewidmet ist.

Als das 20. Jahrhundert noch jung war, da wurde Nord-Amerika von den Klängen des Ragtime regiert. Auch nach Europa schwappte eine Welle der Ragtime-Begeisterung und Komponisten wie Claude Debussy, Erik Satie, Maurice Ravel, Igor Strawinsky, Darius Milhaud oder Paul Hindemith erwiesen diesem frischen und lebendigen Musikstil ihre klingenden Referenzen. Doch während die Stücke dieser Komponisten immer noch lebendig sind und in Konzerten erklingen (man denke beispielsweise an Debussys "Golliwogg's Cakewalk" oder Strawinskys Ragtime in der "Geschichte vom Soldaten"), sind die Musiker und Komponisten der Ragtime-Ära in Europa fast unbekannt geblieben. Die große Ausnahme stellt allerdings der afroamerikanischen Komponist Scott Joplin dar, der schon zu seinen Lebzeiten als “King of Ragtime” galt und dessen Musik seit den 1970er Jahren durch den Hollywood-Film „The Sting“ (dt. „Der Clou“) wieder zu großer Popularität gelangte.

Der Ragtime entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts, im Zuge des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen in Nordamerika. In musikalischer Hinsicht zeigte sich der Ragtime als ein faszinierender Schmelztiegel, in dem sich die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zu einem neuen und erfrischend lebendigen Stil zusammenfanden: Europäische Volks-, Kunst- und Tanzmusik mischten sich mit afrikanisch inspirierten Worksongs, Spirituals und Bluesklängen. Ähnlich dem zeitgleich in Lateinamerika entstandenen Tango ist der Ragtime mit all seiner Lebendigkeit in einer Ausdruckswelt angesiedelt, die feinfühlig das Gleichgewicht hält zwischen Überschwang und Melancholie. Sicherlich ist dies auch ein Grund dafür, dass sich der Ragtime noch nach über 100 Jahren jenseits aller Moden und Stilrichtungen weiter einer großen Publikumsgunst erfreut: Denn welchem Menschen ist das Pendeln zwischen solchen Extremen nicht auch bekannt?

1899 veröffentlichte Scott Joplin in Sedalia (Missouri) den „Maple Leaf Rag“, den größten Hit des Ragtime, der seinen Ruf als bedeutendster Komponist des spektakulären neuen Musikstils begründete. Joplin sah im Ragtime aber nicht nur eine fröhliche Unterhaltungsmusik, sondern auch eine eigenständige Kunstform, der er mit einer ihm ganz eigenen bittersüßen Melancholie emotionale Tiefe zu verleihen wusste. In Sedalia, St. Louis und schließlich in New York versuchte er die künstlerischen Möglichkeiten des Stils auszuschöpfen: So schrieb Joplin neben Ragtime auch Walzer, Märsche und Lieder, ein kleines Ballett, zwei Opern sowie eine „School of Ragtime“. Höhepunkt dieser Bemühungen war seine zweite Oper „Treemonisha“, doch gelang es Joplin nie, ein Theater für eine Produktion des Stückes zu gewinnen. Verbittert und geistig umnachtet starb er 1917 in New York.

Scott Joplins Musik sowie sein Leben als selbstbestimmter Komponist hatten einen großen Einfluss auf die nachfolgende Generation afroamerikanischer Musiker, unter denen James Reese Europe (1880–1919) wohl zu seinen bedeutendsten Nachfolgern zählte.

Als erfolgreicher Komponist und Dirigent war James Europe in der Theaterlandschaft New Yorks vor dem ersten Weltkrieg tätig. Große Popularität in Amerika errang er gemeinsam mit Ford Dabney als Komponisten-Duo für das gefeierte Tanzpaar Vernon & Irene Castle. 1917 meldete sich Europe freiwillig zur Armee und baute die beste Miltärkapelle der U.S.-Armee auf, die während des ersten Weltkriegs in Frankreich mit ihren Ragtime- und Blues-Interpretationen begeisterte. Europe war auch ein ideenreicher Organisator in der Musiklandschaft New Yorks und setzte sich für die Rechte afroamerikanischer Musiker ein. Der Pianist Eubie Blake sagte über ihn: „He was our benefactor and inspiration. Even more, he was the Martin Luther King of music". Als Komponist und Musiker sowie mit seinen Grammophon-Aufnahmen prägte James Reese Europe die spannende musikalische Entwicklung vom Ragtime zum Jazz.

Neben Originalkompositionen von James Europe wird auch die Musik zu hören sein, die er gemeinsam mit Ford Dabney für Vernon & Irene Castle schrieb, das erste populäre Tanzpaar Amerikas (das einen großen Einfluss auf spätere Paare wie etwa Fred Astaire & Ginger Rogers hatten). Abgerundet wird das Programm durch Musik von Charles Luckeyth „Luckey“ Roberts (großes pianistisches Vorbild von George Gershwin) sowie von Eubie Blake, der bis zu seinem Tod im Jahre 1984 Ragtime spielte und ein junges Publikum wieder für diese Musik begeistern konnte.

Marcus Schwarz

Seit seinem pianistischen Debut 1989 widmet sich der Pianist Marcus Schwarz dem amerikanischen Ragtime und begeistert mit seinen Konzerten das deutsche Publikum wieder für diesen fast vergessenen Musikstil. 2005 und 2006 wurde er mit seinen Ragtime-Interpretationen sogar nach St. Petersburg (Russland) eingeladen. 2008 brachte er mit der kammeroper kassel e.V. Scott Joplins legendäre Oper „Treemonisha“ zur Aufführung. 2009 folgte in Zusammenarbeit mit  der    Schauspielerin Sabine Wackernagel „Red Peppers – Die Ragtime Frauen“, ein Programm, das die Komponistinnen des Ragtime vorstellte.  2014 erschien bei Antes Edition seine CD „Ragtime Beauties“ mit Musik von Scott Joplin, Joseph F. Lamb, James Scott und anderen Ragtime-Komponisten: „… extremely satisfying from the first note to the very last. Marcus Schwarz represents Germany very well as an interpreter of ragtime.“ (Jack Rummel, Ragtime Reviews, April 2015).

Marcus Schwarz wurde in Dinkelsbühl/Franken geboren. Nach ersten prägenden pianistischen Eindrücken durch den Klavierunterricht bei Ruskin K. Cooper (dem er die Liebe zum Ragtime verdankt) und Detlev Eisinger sowie musiktheoretischen Studien am Dr. Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main studierte er Klavier an der Musikakademie der Stadt Kassel bei Nikolaj Posnjakow, Joachim Kirschner und Iwan Urwalow. Seine pianistische Ausbildung ergänzte er auf Meisterkursen und Interpretationsseminaren, unter anderem bei Carmen Daniela und Rudolf Kratzert. Seit 1995 unterrichtet er an der Musikschule Baunatal.